Montag, 22.10.2018
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China macht die Grenzen dicht - eine Chance für Europa: Gastbeitrag von Michael Lackner, Managing Director Lindner-Recyclingtech GmbH

Mit seinem ,Nationalen Schwert 2017‘ hat China die Einfuhr von Plastikmüll gestoppt. Das hat in Europa und den USA vor allem einen Effekt: Wir benötigen dringend Lösungen für den Umgang mit diesem Material, das bisher ein wertvolles Handelsgut war und derzeit die Lager verstopft.
Foto: Lindner-Recyclingtech (04.05.2018) Mit seinem ,Nationalen Schwert 2017‘ hat China die Einfuhr von Plastikmüll gestoppt. Das hat in Europa und den USA vor allem einen Effekt: Wir benötigen dringend Lösungen für den Umgang mit diesem Material, das bisher ein wertvolles Handelsgut war und derzeit die Lager verstopft. Hier sind die Politik, die Wirtschaft und der private Bereich gleichermaßen herausgefordert. Kleinen und mittelständischen Recyclingbetrieben öffnen sich vor diesem Hintergrund faszinierende Entwicklungsmöglichkeiten, wenn sie jetzt zukunftsorientiert reagieren.
Hunderttausende Tonnen von Plastikmüll, hauptsächlich in Form von Verpackungsfolien aus dem Handel, die gesammelt, gepresst und dann als Ballenware verfügbar sind – das war bis Ende vorigen Jahres ein gesuchtes und daher auch wertvolles Handelsgut. China hat es gerne gekauft und damit seinen Mangel an Kunststoff-Rohstoffen zumindest teilweise ausgeglichen. Trotz der langen Transportwege über die Ozeane war dies ein einträgliches Geschäft, für beide Seiten – eine klassische Win-Win-Situation.
Heute ist dieser Müll ein Problem, das zu allem Überfluss teilweise hausgemacht ist. China hat die Einfuhr nämlich nicht zuletzt deshalb gestoppt, weil sich in der Bezeichnung ,Plastikmüll‘ das Gewicht von ,Plastik‘ immer mehr hin zu ,Müll‘ verschoben hatte. Schlecht sortiertes, stark verschmutztes Material mit hohem Fremdstoffanteil hatte das Aufbereiten zunehmend unwirtschaftlich und auch gefährlich gemacht. Sicher, einen kleinen Teil des verwaisten Müllbergs kaufen jetzt andere fernöstliche Länder wie Malaysia oder Indien. Aber das ist, wenn überhaupt, nur eine mittelfristige Lösung. Auch dort wird sich die aktuelle, nachvollziehbare und durchaus begründete Entscheidung Chinas eher früher als später wiederholen.
Das Problem müssen wir und all die anderen westlichen Länder, die es bisher so bequem hatten, nun selber lösen. Und das schnell, denn die Müllberge wachsen, der verfügbare Lagerraum nimmt ab, und eigentlich sind sich alle Beteiligten einig, dass Deponieren gar nicht in Frage kommt. Die möglichen Alternativen sind bekannt, nur gibt es, wie so oft, berechtigte Pro- und Kontra-Argumente...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Lindner-Recyclingtech GmbH
Autorenhinweis: Michael Lackner, Managing Director Lindner-Recyclingtech GmbH
Foto: Lindner-Recyclingtech


Autor: Ing. mag. Michael Lackner 
 
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