Mittwoch, 25.04.2018
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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2018

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort.

  • Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft setzt sich zu Beginn des Jahres 2018 fort. Das weltwirtschaftliche Umfeld ist weiterhin günstig. Allerdings könnte die Handelspolitik der Vereinigten Staaten für eine gewisse Verunsicherung sorgen.
  • Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe bleiben trotz eines deutlichen Rückgangs zum Jahresbeginn in der Tendenz weiter aufwärtsgerichtet. Die Industrieproduktion hat sich nach einem schwächeren Ergebnis zum Ende letzten Jahres im Januar wieder erhöht.
  • Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte war zuletzt weniger dynamisch. Die Anschaffungsneigung der Konsumenten und die Stimmung im Handel bleiben aber positiv.
  • Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften in weiten Teilen der Wirtschaft sorgt für eine Beschäftigung auf Rekordniveau. Die verbesserten Arbeitsmarktchancen für Bewerber gehen einher mit steigenden Herausforderungen für viele Arbeitgeber bei der Mitarbeitersuche. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gehen weiter zurück.

Die deutsche Wirtschaft ist gut ins Jahr 2018 gestartet, nachdem sie im vergangenen Jahr kräftig um preisbereinigt 2,2 % gewachsen war. Die aktuellen Konjunkturindikatoren sprechen dafür, dass sich der lang anhaltende Aufschwung weiter fortsetzt. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe zeigen nach wie vor einen aufwärtsgerichteten Trend und liegen weit über ihrem Vorjahresniveau. Die Dynamik kommt dabei von den Auslandsorders. Auch bei der Industrieproduktion lässt sich auf hohem Niveau eine positive Entwicklung beobachten. Die Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass die Konjunktur in den kommenden Monaten gut verläuft, auch wenn der ifo Geschäftsklimaindex zuletzt spürbar gesunken ist. Die Handelspolitik der Vereinigten Staaten dürfte hierfür den Ausschlag gegeben und deutlich auf die Stimmung der deutschen Exporteure gedrückt haben. Der starke Euro trägt dazu sicherlich ebenfalls bei. Im langjährigen Vergleich bleibt das Geschäftsklima in Anbetracht guter Wachstumsaussichten für die Weltkonjunktur und günstiger Finanzierungsbedingungen hierzulande aber weiterhin gut.

Die Weltwirtschaft entwickelt sich aktuell sehr dynamisch. Die Weltindustrieproduktion lag im Dezember 2017 um 3,9 % über dem Vorjahresniveau. Vor allem die Industriestaaten haben ihre Schwächephase überwunden. Erstmals seit 20 Jahren ist die Industrieproduktion im Jahresverlauf stärker gestiegen als in den Schwellenländern. Auch die weiteren Wachstumsaussichten für die Weltkonjunktur bleiben positiv. Der globale Markit Einkaufsmanagerindex liegt deutlich in der Wachstumszone und das ifo Weltwirtschaftsklima stieg zu Jahresbeginn auf den höchsten Wert seit dem Jahr 2007. Dabei dürfte auch die Steuerreform in den Vereinigten Staaten einen spürbaren konjunkturellen Impuls auslösen. Internationale Organisationen haben ihre Prognose für die Vereinigten Staaten vor diesem Hintergrund deutlich angehoben. Für die Weltwirtschaft rechnen IWF und jüngst auch die OECD für die Jahre 2018 und 2019 nun mit einem Wachstum von jeweils 3,9 %. Darin sind allerdings noch nicht die kürzlich eingeführten US-Zölle auf Stahl und Aluminium berücksichtigt. Diese könnten den Handel in einigen Regionen merklich beinträchtigen. Die Auswirkungen für die Weltwirtschaft insgesamt dürften aber überschaubar bleiben. Eine mögliche Eskalation eines Handelskrieges sowie steigende Unsicherheit unter den Marktteilnehmern könnten allerdings spürbare Schäden verursachen.

Angesichts des lebhaften außenwirtschaftlichen Umfelds sind die deutschen Ausfuhren an Waren und Dienstleistungen in der Tendenz deutlich aufwärtsgerichtet. Im Dreimonatsvergleich November/Dezember/Januar gegenüber August/September/Oktober legten diese preisbereinigt um 2,9 % zu. Zu Jahresbeginn sind die nominalen Ausfuhren trotz steigender Ausfuhrpreise allerdings nur leicht gestiegen. Die ifo Exporterwartungen im Verarbeitenden Gewerbe haben sich zuletzt auf hohem Niveau eingetrübt. Dabei dürfte der stärkere Euro eine Rolle spielen, der gegenüber dem US-Dollar seit Jahresbeginn um etwa 3 % aufwertete. Die realen Importe von Waren und Dienstleistungen blieben im Januar im Vergleich zum Vormonat unverändert. Angesichts steigender Einkommen dürfte aber auch die Importnachfrage weiter zunehmen. Insgesamt ergab sich im Januar ein Überschuss der Leistungsbilanz, die neben den Waren auch den Dienstleistungshandel und grenzüberschreitende Einkommen berücksichtigt, von 22,0 Mrd. Euro.

Die Industrieproduktion stieg im Januar um 0,6 %, womit sich der aufwärtsgerichtete Trend zuletzt fortsetzte. Im Zweimonatsvergleich Dezember/Januar gegenüber Oktober/November konnte die Industrie einen beachtlichen Zuwachs um 1,5 % verbuchen. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind nach einem bemerkenswerten Plus von 3,0 % im Dezember zu Beginn des Jahres wieder deutlich gesunken (Januar: -3,9 %). Dabei gingen die Orders bei den Investitionsgüterproduzenten aus dem Euroraum um fast 10 % zurück. Trotz der aktuellen Abnahme bleiben die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt in der Tendenz aufwärtsgerichtet. Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich war ein Zuwachs um 0,9 % zu beobachten. Zudem lagen die Bestellungen im Dezember/Januar 8,1 % über ihrem Niveau im Vorjahreszeitraum.

Beim privaten Konsum deuten aktuelle Indikatoren auf eine etwas nachlassende Wachstumsdynamik hin. Die Umsätze im Einzelhandel gingen im Januar erneut zurück (-0,7 %), lagen aber noch merklich über ihrem Vorjahresniveau. Die Zahl der Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen war demgegenüber sowohl im Januar als auch im Februar deutlich höher als ein Jahr zuvor. Das ifo Geschäftsklima für den Einzelhandel hat sich im Februar erneut verschlechtert, befindet sich jedoch weiterhin oberhalb seines langjährigen Durchschnitts. Insgesamt bleibt die Stimmung im Handel nach wie vor gut.

Die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt setzen sich fort. Die einschlägigen Frühindikatoren signalisieren unisono eine anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften in weiten Teilen der Wirtschaft. Im Januar nahm die Erwerbstätigkeit saisonbereinigt um 60.000 Personen kräftig zu und auch auf Jahressicht blieb der Beschäftigungszuwachs (+1,4 %) hoch. Die Entwicklung bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verläuft noch dynamischer (2,2 %). Die Zahl der Arbeitslosen nahm bereits im Februar, leicht unterstützt durch die milde Witterung, etwas ab und lag bei 2,55 Mio. Personen. In der saisonbereinigten Betrachtung betrug der Rückgang 22.000 Personen. Auch die Unterbeschäftigung, die zudem Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit einschließt, nahm weiter ab. Ungeachtet der jüngsten positiven Entwicklungen bleiben weitere Herausforderungen, wie die Eindämmung der Langzeitarbeitslosigkeit und die höhere Arbeitslosigkeit in strukturschwachen Gebieten, bestehen.
 
Quelle: EM / Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
 


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