Sonntag, 20.08.2017
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Klimaziel ohne Recycling kaum zu erreichen

Der Grüne Punkt legt Umweltbilanz für 2016 vor / Beitrag zum Klimaschutz könnte signifikant steigen / Verpackungsgesetz als erster Schritt

Dass der Klimawandel keine Erfindung ist, zeigen fast tägliche Meldungen über außergewöhnliche Wetterphänomene und daraus resultierende Katastrophen weltweit. Die internationale Gemeinschaft hat sich daher im Klimaschutzabkommen von Paris darauf geeinigt, den weltweiten Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad zu begrenzen und in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts die globalen Treibhausgasemissionen auf netto Null zu reduzieren – d. h. dass nur so viel Treibhausgase in die Atmosphäre abgegeben werden, wie durch den natürlich Kohlenstoffkreislauf wieder gebunden werden. Deutschland will schon bis 2050 weitgehend treibhausgasneutral wirtschaften – ein überaus ambitioniertes Ziel. „Wenn wir unseren Kindern eine lebenswerte Umwelt hinterlassen wollen, müssen wir dieses Ziel unbedingt erreichen“, ist Michael Wiener, CEO des Grünen Punkts, überzeugt.
Die Kreislaufwirtschaft kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten: So hat allein der Grüne Punkt im vergangenen Jahr 1,1 Mio. Tonnen Kohlendioxidäquivalente durch Recycling und Verwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen vermieden. Die eingesparte Menge an Treibhausgasen entspricht dem, was durch 110.000 Hektar Wald jährlich aus der Atmosphäre gefiltert würde – diese Fläche entspricht der 1,2‑fachen Fläche des Landes Berlin. Außerdem hat der Grüne Punkt durch Recycling und Verwertung eine Primärenergiemenge von 41 Mrd. Megajoule eingespart – damit könnte man so viel elektrische Energie erzeugen wie gut 1.000 Windkrafträder. Das sind Ergebnisse der Umweltbilanz 2016. Mithilfe dieses Instruments überprüft der Grüne Punkt seit 2001 jährlich die Auswirkungen von Mülltrennung und Verpackungsrecycling auf die Umwelt. Seit 2007 erhalten Kunden ein Zertifikat über ihren individuellen Beitrag zum Umweltschutz über den Grünen Punkt.
Das duale System insgesamt sorgt für eine jährliche Einsparung von 3,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Dieser Beitrag zur Entlastung des Klimas könnte auf 4,7 Millionen Tonnen gesteigert werden, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen – höhere Recyclingquoten, Ausweitung der Sammlung auf weitere Wertstoffe – geschaffen würden. Das hat eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag des Grünen Punkts 2016 (www.gruener-punkt.de/oeko-studie) ergeben. „Das gerade verabschiedete Verpackungsgesetz setzt die Recyclingquoten hoch und geht damit in die richtige Richtung“, betont Wiener. „Alle Bereiche müssen sich daraufhin überprüfen, wie klimafreundlich sie wirtschaften – die Kreislaufwirtschaft ist dafür prädestiniert, besonders viel zum Klimaschutz beizusteuern.“
Zudem nutzt der Grüne Punkt Abfälle als Rohstoffquelle: 1,7 Mio. Tonnen an Sekundärrohstoffen hat der Grüne Punkt 2016 aus Abfall gewonnen und der Wirtschaft wieder zur Verfügung gestellt. Die Berechnungen, die auf den anerkannten Methoden der Ökobilanzberechnung beruhen, wurden vom IFEU Institut gutachterlich geprüft und bestätigt. Die Umweltbilanz 2016 steht unter www.gruener-punkt.de/umweltbilanz zum Download bereit.
 
Quelle: EM / Der Grüne Punkt


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