Montag, 10.12.2018
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Mit Illusionen hinters Licht geführt: Biologisch abbaubare Verpackungen und Einwegprodukte sind ein Irrweg

Die Kompostierung von Verpackungen und Einwegprodukten aus biologisch abbaubaren Wertstoffen stellt keinen geeigneten Weg für die Entsorgung derartiger Abfälle dar. Diese fachliche Wahrheit muss offen und ehrlich kommuniziert werden. Vermeintliche oder befürchtete Akzeptanzprobleme der energetischen Verwertung oder der thermischen Behandlung dürfen kein Grund dafür sein, diese Produkte mit ihrer biologischen Abbaubarkeit zu bewerben. Vielmehr sollten sie umweltverträglich entsorgt werden.
Foto: M. Boeckh (26.03.2018) Regelmäßig wird mit Umweltargumenten dafür geworben, Verpackungen und Einwegprodukte aus biologisch abbaubaren Werkstoffen (BAW-Produkte) herzustellen und über die Kompostierung in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Aus Sicht der Abfallwirtschaft ist der Einsatz von BAW-Produkten jedoch nur dort sinnvoll, wo die Eigenschaft „biologisch abbaubar“ einen tatsächlichen Produktnutzen darstellt, der deren Entsorgung entbehrlich macht („Produkte ohne Entsorgungserfordernis“). Dieses gilt insbesondere für Produkte, die im oder auf dem Boden verbleiben sollen (und können) und deren Erfassung mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist. Beispiele sind Bändchen, Folien und Spritzgussartikel für den Gartenbau sowie für die Land- und Forstwirtschaft.
In Anwendungsbereichen mit Entsorgungserfordernis besitzen BAW-Produkte gegenüber solchen aus herkömmlichen Kunststoffen keine abfallwirtschaftlichen Vorteile. Bei Verpackungen und Einweggeschirr konkurrieren sie außerdem mit Mehrwegsystemen und der Forderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) nach Abfallvermeidung (oberste Stufe der Abfallhierarchie). Bei den Verbrauchern wird nämlich der Eindruck erweckt, dass derartige (Einweg-)Produkte aufgrund der „Rückführung in den natürlichen Kreislauf“ mit gutem Gewissen weggeworfen werden dürfen und dieses scheinbar ohne Folgen für die Umwelt bleibt. Auch die Erfolge, die bei öffentlichen Veranstaltungen durch die Einführung von Mehrwegsystemen erzielt wurden werden durch den Einsatz von Einwegprodukten gefährdet, denen aufgrund der Kompostierbarkeit ein scheinbar positives Öko-Image zugesprochen wird.
Eine vergleichende Ökobilanz, die im Zusammenhang mit der Ausrichtung der Fußballeuropameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz für unterschiedliche Bechersysteme erstellt worden ist, führt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (Hannover), BDE – Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V., Umweltbundesamt (UBA), Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V.
Autorenhinweis: Heinz-Ulrich Bertram, Hannover
Foto: M. Boeckh


Autor: Dr.-Ing. Heinz-Ulrich Bertram 
 
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Seiten: 5
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