Sonntag, 17.12.2017
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Von der Entsorgung zur Versorgung: Paradigmenwechsel bei der Biogutverarbeitung erfordert Kooperation von allen Beteiligten

Die seit 2015 geltende Pflicht zur flächendeckenden Getrenntsammlung von Biogut sorgt vielerorts für steigende Biogutmengen und einen Zubau von Behandlungskapazitäten. Allerdings sind Biogut und die daraus hergestellten Komposte oft verunreinigt. Alle Akteure stehen vor der Herausforderung, bei stark schwankenden Inputqualitäten eine gleichmäßige
und hohe Qualität ihrer Produkte sicherzustellen.
Foto: Lea Böhme, ISWA (06.11.2017) Für die Betrachtung der Fremdstoffproblematik ist es notwendig, die gesamte Prozesskette mit einzubeziehen, um Einflussgrößen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen an den einzelnen Kettengliedern zu platzieren. Bereits vor der Sammlung des Biogutes gelangen die Stör- und Fremdstoffe durch die Abfallerzeuger in den Prozess.
Die Gründe für Fehlentsorgungen sind vielfältig; so lässt sich zwischen bewussten und unbewussten Fehlentsorgungen unterscheiden. Zu den bewussten Fehlentsorgungen können Bürgerinnen und Bürger neigen, falls einer der Behälter viel kostengünstiger oder einfacher zugänglich ist, ein größeres Behältervolumen hat oder öfter geleert wird als der andere und alle Abfälle ungetrennt Sieht mehr nach Restmüll aus als nach Biomüll: Diese Biogut-Stichprobe enthält zu 27 Gewichtsprozent Papier und zu zwei Gewichtsprozent andere Fremdstoffe bezogen auf die Frischmasse. Der Sortieraufwand in der Kompostanlage ist immens. Foto: L. Böhme / ISWA dem jeweils günstigeren zugeführt werden. Unwissenheit über die korrekte Trennung zählt zu den unbewussten Fehlentsorgungen. In diesem Fall kann mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit gegengesteuert werden.
Die Trennvorgaben des öffentlich-rechtlichen Entsorgers sollten einfach, klar und plausibel sein. Hierbei ist eine Absprache...
Unternehmen, Behörden + Verbände: Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart
Autorenhinweis: Lea Böhme, Anna Fritzsche und Prof. Dr. Martin Kranert Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart
Foto: Lea Böhme, ISWA


Autor: Dipl.-Ing. Lea Böhme, Dipl.-Ing. Anna Fritzsche, o. Prof. Dr.-Ing. Martin Kranert 
 
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Seiten: 3
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