Sonntag, 17.12.2017
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Ressourcenverschwendung: Zu viele Landkreise verweigern sich noch immer der Biotonne

Dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zum Trotz: Jeder fünfte Landkreis in Deutschland bietet entweder kein oder ein nur mangelhaftes Trennsystem für Bioabfälle an. So landen auch in 2017 noch rund sechs Millionen Tonnen Bioabfälle im Restmüll. Der NABU fordert von den Landkreisen und den Landesbehörden, geltendes Recht in die Praxis umzusetzen und die Biotonne flächendeckend einzuführen.
Foto: M. Boeckh (06.11.2017) Seit knapp drei Jahren müssen die deutschen Landkreise und kreisfreien Städte laut Kreislaufwirtschaftsgesetz Bioabfälle aus Küche und Garten getrennt sammeln. Aber auch nach mehr als 1.000 Tagen weigern sich viele Gebietskörperschaften, diese gesetzliche Pflicht zu erfüllen. Der NABU hat recherchiert, dass im Oktober 2017 noch immer 33 Landkreise keine Möglichkeit zur Getrennterfassung anbieten. Weitere sieben wollen eine Biotonne erst in den kommenden zwei Jahren einführen. Und rund 17 Landkreise, vornehmlich in Bayern, bieten nur Sammelstellen im Bringsystem an. Hinzu kommen bundesweit 28 Landkreise, in denen die Bürger sich freiwillig für die Biotonne anmelden können oder diese nur in bestimmten Gemeinden abgeholt wird. Insgesamt sind es 85 Kreise, die Bioabfälle gar nicht oder nur ungenügend trennen. Die Frage ist, warum dort die flächendeckende Bereitstellung einer Biotonne schwieriger sein sollte als in den übrigen 317 Verwaltungseinheiten in Deutschland.
Über kaum ein anderes abfallpolitisches Thema wird so heftig gestritten wie über die Sammlung der Bioabfälle. Die ablehnenden Kreise führen immer wieder die gleichen Argumente gegen die Biotonne ins Feld: Gerade im ländlichen Raum wird auf die hohe Anzahl von Eigenkompostierern verwiesen, die im heimischen Garten die Küchenabfälle selbst in Humus umwandeln. Andere berufen sich auf kommunale Restmüllanalysen, die einen sehr niedrigen Anteil an verwertbaren Grünabfällen nachweisen...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Autorenhinweis: Sascha Roth, Referent für Umweltpolitik beim Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Foto: M. Boeckh


Autor: Sascha Roth 
 
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